Archiv für Januar 2011

Krebsverdacht bei Leonard Peltier – Appell ans Weiße Haus Kampagnen der Tokata -LPSG RheinMain

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, Freundinnen und Freunde,
Mitkämpferinnen und Mitkämpfer im Kampf für die Freiheit Leonard Peltiers und für Menschenrechte weltweit – bitte nehmt Euch ausreichend Zeit den folgenden Text zu lesen.*

Seit mehreren Wochen kursieren Meldungen über eine mögliche Krebserkrankung des indianischen AIM (American Indian Movement)- und Menschenrechtsakti-visten und politischen Gefangenen Leonard Peltier. Nach ausführlichen Gesprächen mit Peltiers Verteidigungskomitee, dem LPDOC (Leonard Peltier Defense Offense Committee) geben wir hiermit folgende Einschätzung bekannt und fordern Euch auch
auf unten näher ausgeführten zu Aktionen auf:

Bereits seit längerem (2009) mehren sich Anzeichen/Symptome Leonard Peltier an Prostatakrebs erkrankt sein könnte. Im Rahmen der bisherigen Untersuchungen wurde dies zwar noch nicht diagnostisch bestätigt, aber dies sagt in mehrfacher Hinsicht nichts aus: die bislang erfolgten medizinischen Checks waren völlig unzureichend und die tatsächlich notwendigen, unabhängigen und medizinisch
kompetenten Untersuchungen für eine verbindliche Diagnostik werden seit Monaten verschleppt. In diesem Zeitraum haben sich nicht nur die Symptome weiter verschärft, sondern insgesamt hat sich Peltiers Gesundheitszustand verschlechtert.
Blicken wir zurück, so ist dies nicht das erste Mal, das Peltier aufgrund unzureichender medizinischer Versorgung und Behandlung beinahe gestorben wäre. Als Peltier (66), der dieses Jahr seit 35 Jahren inhaftiert ist, 1995 in Folge einer stümperhaften Kieferoperation fast verblutete und für 14 Tage ins Koma verfiel, waren es anschließend weltweite Proteste, die eine adäquate Behandlung durch die Mayoklinik ermöglichten. Bereits zu dieser Zeit mehrten sich die Stimmen, die von einer Todesstrafe in anderer Form, nämlich der medizinischen
Unter- bzw. Nichtversorgung gerade politischer Gefangener, sprach.
Aktuell bitten das Leonard Peltier Defense Offense Committee (LPDOC) und Tokata – LPSG RheinMain (seit Januar 2011 offizielles deutsches LPDOC-Chapter) um Briefe, Faxe, Mails oder auch Telefonate an das Weiße Haus mit dem Ziel, dass Peltier für eine längst überfällige Biopsie an die Mayo-Klinik überwiesen wird.
Desweiteren geht es natürlich auch weiterhin um die Forderung nach Peltiers sofortiger Haftentlassung. Machen wir uns klar, wir treten zur Zeit in eine Kampagne ein, in der es schlicht um Leonard Leben geht, analog unserer Kampagnen bevor der drohenden Hinrichtung Mumia Abu – Jamals. Und machen wir uns noch etwas klar, das FBI hat stets darauf gepocht, dass nur ein toter Peltier den Knast verlässt.

Was tun?

1.)Wir schlagen zum einen die Teilnahme an der Kampagne vor, zu der das LPDOC aufruft. Erbeten werden vor allem *_Telefonate und
Faxe, aber auch Briefe oder Mails an das Weiße Haus_*. Wenn ihr keine individuellen Briefe schreiben könnt oder wollt, nutzt bitte
den von der Gesellschaft für bedrohte Völker im Anhang beigefügten Musterbrief (danke an Euch und Dich, Yvonne). So schwer dies
Euch auch fallen mag, wichtig ist es auf jeden Fall, kurze, höfliche und sachliche Briefe zu schreiben und keine Anschuldigungen,
Vorwürfe oder harte Kritik zu äußern.
Bitte keine Anrufe und Schreiben mehr direkt an die Haftanstalt in Lewisburg, dort hat die erste Protestwelle bereits Wirkung gezeigt.
Nun kommt es auf die Positionierung der Politik an.

2.)Wir rufen zu einer *_weltweiten Email- und Telefonaktion_* auf und zwar genau
*_am Sonntag, den 6. Februar 2011_*.
Dies ist der Tag an dem Leonard Peltier seit 35 Jahren inhaftiert ist. Emails und Anrufe im oben beschriebenen Sinne sollen an diesem Tag
die Leitungen im Weißen Haus massenhaft aus aller Welt erreichen und zeigen, dass die internationale Solidarität mit Peltier ungebrochen ist.
Wenn hundertausende Emails und Anrufe eingehen wird dies ein unübersehbares Zeichen sein, dass Peltier nicht vergessen ist.

3.)Tokata- LPSG RheinMain e. V./official LPDOC-Chapter for Germany plant für den Tag davor, den
*_Samstag, 5. Februar 2011 in Frankfurt am Main eine Demonstration und Informationskundgebung_*
ausgehend von der Hauptwache zum US-Generalkonsulat in Frankfurt am Main, Giessener Str. Geplanter Demotreff:
12:00 Uhr Hauptwache Frankfurt am Main. Den endgültigen Treff- und Zeitpunkt erfahrt ihr in den nächsten Tagen.

* Weitere Aktionen sind in Vorbereitung,*
*z. B. Unterschriftenübergabe beim US-Generalkonsulat in Frankfurt, Supportkonzerte u. a. mit TM Stevens (Bassist bei Miles Davis,
James Brown, Joe Cocker, Tina Turner, The Pretenders u.a.)und Black Byrd McKnight (Gitarrist bei Miles Davis, Herbie Hancock,
Ice Cube, Red Hot Chili Peppers u. a.)& SchockaZooloo am 25.2.2011 im KJK Sandgasse Offenbach am Main (in Planung)-
auf Ankündigungen achten. Der Erlös des Konzertes geht jeweils zu 50% an die Kampagnen für Leonard Peltier und zur Unterstützung
deutsch-indianischer Jugendprojekte*

Für alle, die näheres zu Leonard Peltier und seinen Fall erfahren wollen,
weiter:
dann:
und:
sowie:
unsere Homepage ist leider immer noch nicht aktualisiert, wird jedoch in den nächsten Tagen in neuem Format erscheinen (danke an Jonathan)
http://www.freepeltier-lpsgrheinmain.de/ bzw. www.tokata-lpsg.de

Die neuen Unterschriftenlisten für Leonard Peltier können über uns ab sofort bezogen werden.
Wir unterstützen den Aufbau neuer Leonard Peltier Unterstützergruppen in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz. Ihr wollt wissen, wie es geht und was Ihr machen müsst. Wir beraten Euch und klären Eure Zulassung.
Hier der Anhang aus dem Schreiben der GfbV unter Berücksichtigung des letzten Aufrufs des LPDOC. Ihr könnt im Falle, dass Euer Englisch in Schrift und Sprache nicht ausreicht auf den unten folgenden Musterbrief zurück greifen und
diesen auch als Text für Eure Anrufe nutzen!!!

Nach Angaben des LPDOC sind „reale“ Briefe besonders wirkungsvoll. Wenn es Ihnen möglich ist, schreiben Sie daher bitte individuelle höflich und sachlich formulierte Briefe oder drucken Sie unseren Musterappell aus und versenden Sie ihn per Post oder Fax oder rufen sie an. Vergessen Sie nicht, sich dabei auf Peltiers Registriernummer
„Leonard Peltier #89637-132″ zu beziehen ….

Die Adresse:

The White House

President Barack Obama

1600 Pennsylvania Avenue

Washington, DC 20500

USA

Beschwerdetelefon:001202-456-1111
Fax: 001 202-456-2461

E-Mail: president@whitehouse.gov

Web Form: http://www.whitehouse.gov/contact
Musterbrief

Dear Mr. President,

I am writing to you today to express my deep concern about the state of
health of Mr. Leonard Peltier, federal prisoner #89637-132, currently
detained at USP Lewisburg. Mr. Peltier, who turned 66 in September 2010,
has exhibited symptoms of prostate cancer for over a year. But it needed
months of pressure by attorneys until he finally underwent blood tests
in June 2010. Those results were not made available until early November
2010. A biopsy was indicated which was ordered by a physician and
approved by the prison. However, the biopsy has not been performed. The
delay in testing, diagnosis, and treatment is unacceptable and
constitutes medical neglect. In accordance with the above mentioned
arguments, I hereby strongly urge you to see to it that Mr. Peltier will
be transferred to the Mayo Clinic without further delay.

Furthermore, I urgently ask you to grant Executive Clemency to Mr.
Peltier. I truly believe that Mr. Peltier was wrongfully convicted for
the 1975 killing by shooting of two Federal Bureau of Investigation
agents. U.S. prosecutors have repeatedly acknowledged that they did not
and cannot prove Peltier’s guilt and the appellate courts have cited
numerous instances of investigative and prosecutorial misconduct in this
case. Evidence was withheld and witnesses were intimidated.

Sincerely

Freie Übersetzung:

Sehr geehrter Herr Präsident,

Ich schreibe Ihnen, weil ich sehr besorgt bin über den
Gesundheitszustand von Mr. Leonard Peltier, Bundesgefangener #89637-132,
der zurzeit im US-Gefängnis Lewisburg einsitzt. Mr. Peltier, der im
September 2010 seinen 66. Geburtstag hatte, leidet seit mehr als einem
Jahr unter Symptomen von Prostatakrebs. Erst nachdem Anwälte Monate lang
Druck ausgeübt hatten wurden im Juni 2010 entsprechende Bluttests
durchgeführt. Erst Anfang November wurden deren Ergebnisse bekannt. Eine
darin empfohlene Biopsie wurde von einem Arzt angeordnet und dies wurde
vom Gefängnis bestätigt. Dennoch wurde die Biopsie bislang nicht
durchgeführt. Diese Verzögerungen bei Bluttest, Diagnose und Behandlung
ist nicht akzeptabel und verletzt die ärztliche Sorgfaltspflicht. Ich
bitte Sie daher eindringlich dafür zu sorgen, dass Mr. Peltier ohne
umgehend in die Mayo-Klinik verlegt wird.

Darüber hinaus fordere ich Sie eindringlich auf, Mr. Peltier zu
begnadigen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass er zu unrecht für den
Tod zweier FBI-Agenten verurteilt wurde, die 1975 während einer
Schießerei zu Tode kamen. Mehrfach haben Staatsanwälte zugegeben, dass
sie Peltiers Schuld nicht nachgewiesen haben und auch nicht nachweisen
können. Appellationsgerichte haben mehrere Beispiele für Amtsmissbrauch
bei der Ermittlung und Strafverfolgung in seinem Fall angeführt.
Entlastungsbeweise wurden zurückgehalten, Zeugen wurden eingeschüchtert.

Hochachtungsvoll




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